Fehler während der Flüchtlingskrise

Vor und während der Flüchtlingskrise wurden von der Politik – bewusst oder unbewusst – eine ganze Reihe gravierender Fehler gemacht. Mit den verheerenden Folgen wird sich vor allem die europäische Bevölkerung in den nächsten Jahren herumschlagen müssen.

 

Für viele Menschen auf dieser Welt ist Europa ein unerreichbarer Traum. Egal ob in Kriegs- oder Friedenszeiten, Millionen Menschen werden immer versuchen nach legalen oder illegalen Möglichkeiten zu suchen, irgendwie in das sichere, freie und vor allem wohlhabende Europa zu gelangen. Die Kriege in Libyen und Syrien verursachten einen Dammbruch und somit einen unkontrollierten Zustrom von Flüchtlingen. Im nachfolgenden Überblick möchten wir die wichtigsten Ursachen dieser Tragödie und die daraus resultierenden Konsequenzen thematisieren:

 

• Der Krieg gegen Libyen

 

Der von der NATO inszenierte Krieg gegen Libyen löste eine fatale Kettenreaktion in der Region aus und ist bis heute eines der Hauptursachen für die Flüchtlingskrise in Europa. Zu Zeiten von Gaddafi war Libyen nicht nur der wohlhabendste Staat Afrikas, sondern gleichzeitig auch der größte Arbeitgeber in der gesamten Region. Millionen Afrikaner, Asiaten und sogar Europäer waren in Libyen als Gastarbeiter beschäftigt und konnten deshalb viel Geld zu ihren Verwandten in die Heimatländer überweisen. Davon profitierten nicht nur Ägypten, Tunesien und Algerien, sondern vor allem ärmere afrikanische Länder. Der Sturz von Gaddafi löste also nicht nur eine Krise in Libyen aus, sondern in sehr vielen afrikanischen Länder. Auch Deutschland und Italien profitierten viel von Gaddafi, weil Unternehmen dieser Länder viele wichtige Bauaufträge bekommen hatten. Anders als Frankreich, Großbritannien und die USA, waren Deutschland und Italien gegen den Krieg gegen Libyen. Nach dem Sturz von Gaddafi versuchten alle Gastarbeiter fluchtartig das Land zu verlassen. Die vom Westen unterstützten Rebellen/Terroristen machten jedoch ganz gezielt Jagd auf schwarzafrikanische Gastarbeiter. In der undurchsichtigen Gemengelage war eine Flucht über die Wüste in die Heimatländer für die meisten nicht mehr möglich und sie saßen deshalb an den Küsten sprichwörtlich in der Falle. Viele versuchten in ihrer Verzweiflung über das Mittelmeer nach Europa zu flüchten und sind dabei meistens ertrunken. Das muss man sich einmal richtig vorstellen: Da sind Menschen die jahrelang in Libyen gearbeitet und sich nie etwas zu Schulden kommen gelassen haben, von heute auf morgen von den vom Westen unterstützten Rebellen plötzlich in Käfige eingesperrt und gefoltert worden. Nach dem Sturz von Gaddafi war in den Medien über Libyen jedoch nichts mehr zu sehen!

 

• Der Krieg gegen Syrien

 

Nachdem man Libyen schon erfolgreich zerstört hatte, war auch Syrien an der Reihe. Auch hier hat der Westen bei der Destabilisierung des Landes tatkräftig mitgeholfen. Der Westen hat nicht nur Waffen an die Rebellen/Terroristen in das Kriegsgebiet geliefert, sondern auch in Europa lebende Extremisten ganz bewusst nicht an der Ausreise nach Syrien hindern wollen. Die geostrategischen Ziele des Westens, also der Sturz von Assad, waren wichtiger als die Gewährleistung der Sicherheit in Europa. Extremisten konnten also nach Syrien gehen, bekamen dort auch Waffen vom Westen zur Verfügung gestellt und durften mit Kampferfahrung ungehindert zurück nach Europa reisen.

 

• Weigerung zum Dialog

 

Ein weiterer Punkt in der Flüchtlingskrise war auch die fehlende Dialogbereitschaft des Westens mit der Assad-Regierung in Damaskus. Man war so sehr mit dem Umsturzversuch von Assad beschäftigt, dass die Flüchtlingskrise lange Zeit nur Nebensache war. Hätte sich der Westen nicht zu sehr in diesen verschwörerischen Plan verbissen, hätte man gemeinsam mit den syrischen Behörden den Menschen vor Ort besser helfen können. Trotz der fehlenden Unterstützung des Westens, konnte Syrien dennoch mehr als 7 Millionen Binnenflüchtlinge in den sicheren Gebieten aufnehmen und versorgen.

 

• Sanktionen gegen Syrien

 

Hinzu kommen die vom Westen bis heute beschlossenen Wirtschaftssanktionen gegen Syrien. Anstatt dieses Land bei der Bewältigung der Versorgung und Unterbringung der Binnenflüchtlinge zu unterstützen, machte der Westen stattdessen lieber das Gegenteil und verhängte Sanktionen gegen das syrische Volk. Die Menschen werden also von der einen Seite von den vom Westen unterstützten Rebellen vertrieben und terrorisiert und auf der anderen Seite müssen sie noch die Sanktionen vom Westen über sich ergehen lassen. Viele sehen deshalb keine Perspektiven für Ihr Land und versuchen die Flucht nach Europa.

 

• UNO-Hilfen wurden plötzlich gekürzt

 

Als der Krieg begonnen hatte und viele Menschen in den Nachbarländern wie Türkei, Libanon oder Jordanien Schutz suchen wollten, wurden plötzlich die Gelder für die Flüchtlingshilfswerken gekürzt. Die jeweiligen Nachbarstaaten – vor allem Jordanien und Libanon – waren mit dem Ansturm der Flüchtlinge überfordert und wurden im wichtigsten Moment von der internationalen Gemeinschaft im Stich gelassen. Die Zustände in den Flüchtlingscamps waren nicht zumutbar und viele Menschen flüchteten deshalb weiter nach Europa. Hier hätte der Westen seine Hilfe hochfahren müssen um die Zustände für Flüchtlinge zu verbessern und die Versorgung zu sichern. Diese Hilfe wäre immer noch viel Günstiger gewesen, als die Kosten die man jetzt für die Flüchtlinge in Europa – vor allem in Deutschland – aufbringen muss.

 

Fehlende Grenzkontrollen

 

Die fehlenden Grenzkontrollen werden vor allem auf die Sicherheit in Europa Auswirkungen haben. Flüchtlinge aufnehmen ist die eine Sache, sie aber unkontrolliert hineinlassen eine andere. Die Einmischungen in Libyen und Syrien, die fehlende Dialogbereitschaft mit Assad, die Sanktionen gegen Syrien und die Kürzung der UNO-Flüchtlingshilfen haben die Flüchtlingskrise erst so richtig möglich gemacht. Alles was man danach versucht, ist nur noch Augenwischerei. Lässt man die Flüchtlinge unkontrolliert rein (so wie es geschehen ist), kann man auch nicht ausschließen ob sich Terroristen in der Masse mitbewegt haben. Macht man aber Grenzkontrollen, dann sendet man ein Signal an alle die ihr Leben lang von Europa geträumt haben, dass alle Menschen hier ungehindert reinkommen können. Bundeskanzlerin Merkel sendete trotzdem widersprüchliche Signale an die ganze Welt, weshalb viele Menschen, die gar nicht vom Krieg bedroht waren, ihre Chance versuchten um nach Europa zu gelangen. Währenddessen mussten die mehr als 7 Millionen kriegsgebeutelten Binnenflüchtlinge in Syrien – die ihre Heimat nicht verlassen wollten – mit der Angst vor dem
Terror leben, Sanktionen des Westens und Kürzungen der UNO über sich ergehen lassen.

• Meistens keine Kriegsflüchtlinge

In dem unkontrollierten Flüchtlingsstrom nach Europa waren überdurchschnittlich viele junge Männer ohne Begleitung zu beobachten. Viele davon haben also angeblich ihre Familien im Kriegsgebiet zurückgelassen und wollten später ihre Verwandten über legale Wege nachholen lassen. Daran ist erstmal nichts verwerfliches. Dennoch ist die Möglichkeit, dass sich hinter diesen jungen Männern einige Kriminelle oder gar Terroristen verstecken, nicht ganz auszuschließen.

 

• Angst vor den Islam

 

Schon heute spürt man die Auswirkungen von dieser Flüchtlingskrise. Die Bürger fühlen sich nicht mehr sicher und haben Angst vor den Flüchtlingen. Das wiederum beschert den Rechtsradikalen immer höhere Zuläufe. Terroranschläge könnte diese Stimmung endgültig zum kippen bringen und bürgerkriegsähnliche Zustände verursachen. Die großen Verlierer dieser Flüchtlingskrise werden auch die Migranten und Muslime sein, die schon viele Jahre hier sind und sich bereits erfolgreich integriert haben. Sie werden jetzt mit Chaoten oder sogar Terroristen in ein Topf gesteckt und müssen sich jeden Tag für irgendwelche Gewalttaten rechtfertigen, die sie nie selbst begangen haben.

Insgesamt wird der radikale Islam und der Extremismus den Muslime auf dieser Welt sehr viel Schaden zufügen und den Islam als Ganzes in ein sehr schlechtes Licht rücken lassen. Den Muslimen, egal ob in Europa oder in der islamischen Welt, stehen schwere Zeiten bevor, da der radikale Islam die gesamte Religionsgemeinschaft spalten wird. Auch wissen viele Muslime bis heute nicht, dass die Wahhabiten und Muslimbrüder – zwei konkurrierende Ströme innerhalb der Sunniten – von außen gesteuerte Trojaner innerhalb der islamischen Gemeinschaft sind. Beide Gruppen werden vom Westen gefördert und gelenkt und beide Gruppen sind maßgeblich in der Erschaffung fast aller Terrorgruppen wie Al-Kaida, Al-Nusra oder ISIS beteiligt. Während Saudi Arabien von den Wahhabiten beherrscht wird, werden die Türkei und Katar von den Muslimbrüdern gelenkt. In Ägypten war mit Mursi kurzzeitig ebenfalls ein Muslimbruder – der vom Westen unterstützt wurde – an der Macht. Während seiner Amtszeit begannen ethnische und religiöse Spannungen in der Bevölkerung. Damals demonstrierten über 15 Millionen Ägypter für einen Sturz von Mursi um diesen Wahnsinn zu beenden. Hätte das Militär nicht eingegriffen, würde auch Ägypten jetzt in einen Bürgerkrieg – den sich die radikalen Kräfte wünschten – abgleiten und hätte wahrscheinlich eine nie dagewesene Flüchtlingswelle ausgelöst (Ägypten hat 95 Mio. Einwohner, zum Vergleich Syrien 23 Millionen). Wie Syrien unter Assad, sucht auch die neue ägyptische Regierung unter Al-Sisi die Nähe zu Russland. Sollte der Westen auch in Ägypten deshalb für Unruhe sorgen, könnte Europa eine Mega-Flüchtlingswelle erst noch bevorstehen. Das selbe Spiel auch in der Türkei, wo der Westen eine Annäherung zu Russland bestimmt nicht unbeantwortet lassen wird.

 

Für die friedlichen Muslime ist es jetzt sehr wichtig, sich von den radikalen Kräften zu distanzieren und sich irgendwie bemerkbar zu machen. Für den Frieden auf dieser Welt ist jetzt jeder einzelne gefragt! Lasst euch nicht spalten, hört auf zu hassen, hört auf zu töten!

 

 

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